Im philosophischen Gespräch, wie ich es gerne führe, geht es um mehr als den bloßen Austausch von Argumenten und Meinungen, mit denen wir einander überzeugen wollen, z. B. um eine Lösung für ein Problem zu finden. Im DISKURS erarbeiten wir uns vielmehr die Grundlage für diese Meinungen. Dafür werden zunächst die Voraussetzungen einer Debatte geprüft, um schließlich alle möglichen Argumente sorgfältig gegeneinander abzuwägen, größere Zusammenhänge aufzudecken und sich so ein Themenfeld als Ganzes zu erschließen. Dafür orientieren wir uns an den Begriffen oder Konzepten, also an der Sprache, die wir benutzen, und zwar im Alltag wie in den Wissenschaften. Am Ende steht idealerweise ein Erkenntnisgewinn.
Verständigung
Die Freude am philosophischen Streit liegt für mich zum einen in der Verständigung untereinander: Worüber reden wir? Sprechen wir alle von derselben Sache, wenn wir gleiche Worte benutzen? Was zeichnet das jeweilige Problem oder das Phänomen aus, das wir beleuchten? Wodurch ist es charakterisiert? Und wie lässt es sich von anderen, ähnlichen Konzepten abgrenzen? Zum anderen liegt sie in der Auseinandersetzung mit den Argumenten selbst: Was ist plausibel? Wo verbergen sich Widersprüche? Was ist überzeugend? Wo müssen wir gemeinsam weiterdenken?
Perspektivenvielfalt
Zu meinem Verständnis von Philosophie gehört ganz wesentlich, wer gerade miteinander philosophiert. Ein Argument steht oft für sich, es ist plausibel oder widersprüchlich. Es wird stringent vorgebracht oder mit viel Beiwerk. In diesem Sinne ist es ganz unabhängig davon, wer es hervorbringt und das ist für die Überprüfung seiner Güte zentral. Ein philosophisches Gespräch lebt jedoch auch von der Vielfalt an Perspektiven, die über das reine Diskutieren – den bloßen Austausch von Argumenten – hinausreichen. Im Diskurs bringen wir unsere Erfahrungen und Persönlichkeiten ein. Davon, wer wir sind, hängt schließlich ab, welche Gedanken wir uns machen, welche Fragen uns interessieren und was wir mit bestimmten Begriffen assoziieren, das heißt, wohin uns ein Gespräch führt.
Ich biete mit meiner Diskurswerkstatt nicht nur einen Ort zum Reden an, sondern einen Raum zur methodischen Durchdringung von Themen durch kritisches, philosophisches Streiten, das mit Erkenntnisgewinn und einer wiederkehrenden Freude an wechselseitiger Verständigung verbunden sein soll.