Profil & Expertise

Dr. phil. Gesine Domröse

Freiberufliche Dozentin und Lektorin

"

In meinem Studium habe ich eine Liebe zum Wort entwickelt - zum gesprochenen wie zum geschriebenen. Sie bildet heute die Basis meiner Tätigkeit als freiberufliche Dozentin und Lektorin. Mich begeistert dabei die Chance, im Dialog mit anderen weiterzudenken und unsere Welt in ihrer Vielfalt zu beschreiben und zu verstehen.

Buchcover: Religiosität in säkularen Gesellschaften

Promotion zur Synthese von
Freiheit & Religion

Während meiner Promotion an der TU Dortmund (2014–2021) untersuchte ich das spannungsvolle Verhältnis zwischen Religiosität und Freiheit im europäischen Kontext. In meiner Dissertation beschreibe ich das Zusammenwirken dieser beiden Kräfte insbesondere seit der Mitte des 20. Jahrhunderts und argumentiere dafür, dass aus ihrer Synthese sowohl eine Transformation des Religiösen als auch eine weitreichende Verwirklichung von Religionsfreiheit hervorgehen.

In einer Zeit zunehmender Polarisierung bietet das Buch einen philosophischen Denkanstoß für einen konstruktiven Dialog über Glauben und Wissenschaft, Privatheit und Öffentlichkeit sowie die Bedeutung der Religionsfreiheit als Grundpfeiler liberaler Gesellschaften und Demokratien.

In meinem Promotionsprojekt wurde ich von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gefördert, durch die ich vielen Menschen begegnet bin, die mich in meinem Denken inspiriert und bestärkt haben. Das Programm Dialogperspektiven bot mir darüberhinaus ein Jahr lang die Chance, interreligiösen und -weltanschaulichen Dialog in seiner ganzen Tiefe unmittelbar zu erfahren und wertvolle Perspektivwechsel zu vollziehen.

Akademische Fundamente

Meine Begeisterung für die Philosophie nahm ihren Anfang in meiner Heimatstadt Magdeburg. Zwischen 2006 und 2010 legte ich dort mit meinem Bachelorstudium in Kulturwissenschaften das Fundament. Die Kombination aus Philosophie im Hauptfach und Bildungswissenschaften im Nebenfach ermöglichte es mir, mich mit dem Sein und der Lernfähigkeit des Menschen sowie unserer gesellschaftlichen Bedingtheit auseinanderzusetzen. Dabei kristallisierten sich schnell meine Schwerpunkte heraus. Ich wollte verstehen ...

Ethik

... nach welchen Werten wir handeln und wie wir sie begründen.

Politische Philosophie

... wie wir gerecht zusammenleben.

Menschenrechte

... wie wir die Würde und Freiheit des Einzelnen sowie die Gleichheit aller Menschen schützen.

Bildung

... wie wir lernen und was Bildungsarbeit bedeutet.

Ein Praktikum am Ethikzentrum der Universität Zürich bot mir weitere tiefe Einblicke in die Forschungstätigkeit im Bereich der angewandten Ethik und der Philosophie der Menschenrechte. In Genf habe ich anschließend die praktische Seite der Menschenrechte kennengelernt: Bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen durfte ich die Arbeit des Menschenrechtsrates hautnah miterleben – eine Erfahrung, die mein Verständnis für die konkrete Menschenrechtspolitik, also für die Umsetzung der Menschenrechte, nachhaltig geprägt hat.

Denkräume weiten in Berlin

Für den Master (2010–2014) zog es mich an die Humboldt-Universität zu Berlin. Die Ethik blieb mein Anker, doch mein Blick weitete sich. Ich wollte wissen: Wann sind wir wirklich für unser Tun verantwortlich? Wie gehen wir mit Schuld um? Das führte mich zu komplexen Fragen über Verzeihung, aber auch über Handlungstheorie und zu Freiheitsdebatten. Im Rahmen einer Vorlesung zur Anthropologie („Wissenschaft vom Menschen“) setzte ich mich schließlich mit der Religionskritik und Kulturphilosophie von Sigmund Freud auseinander, wodurch sich mir philosophisch ein weiteres spannendes Feld eröffnete, das mich letztlich zur Religionsphilosophie und wieder stärker zur politischen Philosophie leitete.

Heute blicke ich auf einen Weg zurück, der mich von den ethischen Grundfragen bis hin zur Analyse moderner gesellschaftlicher Werte geführt hat. Dabei sind es gerade jene Phänomene, die zwischen dem Verstand und unserem Gefühl changieren, die mich besonders umtreiben. Erscheinungen eben, die sich bei genauerem Hinsehen nicht ohne Weiteres einordnen lassen und auf die wir aus verschiedenen Perspektiven blicken müssen, um sie zu verstehen.