Akademische Fundamente
Meine Begeisterung für die Philosophie nahm ihren Anfang in meiner Heimatstadt Magdeburg. Zwischen 2006 und 2010 legte ich dort mit meinem Bachelorstudium in Kulturwissenschaften das Fundament. Die Kombination aus Philosophie im Hauptfach und Bildungswissenschaften im Nebenfach ermöglichte es mir, mich mit dem Sein und der Lernfähigkeit des Menschen sowie unserer gesellschaftlichen Bedingtheit auseinanderzusetzen. Dabei kristallisierten sich schnell meine Schwerpunkte heraus. Ich wollte verstehen ...
... nach welchen Werten wir handeln und wie wir sie begründen.
... wie wir gerecht zusammenleben.
... wie wir die Würde und Freiheit des Einzelnen sowie die Gleichheit aller Menschen schützen.
... wie wir lernen und was Bildungsarbeit bedeutet.
Ein Praktikum am Ethikzentrum der Universität Zürich bot mir weitere tiefe Einblicke in die Forschungstätigkeit im Bereich der angewandten Ethik und der Philosophie der Menschenrechte. In Genf habe ich anschließend die praktische Seite der Menschenrechte kennengelernt: Bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen durfte ich die Arbeit des Menschenrechtsrates hautnah miterleben – eine Erfahrung, die mein Verständnis für die konkrete Menschenrechtspolitik, also für die Umsetzung der Menschenrechte, nachhaltig geprägt hat.
Denkräume weiten in Berlin
Für den Master (2010–2014) zog es mich an die Humboldt-Universität zu Berlin. Die Ethik blieb mein Anker, doch mein Blick weitete sich. Ich wollte wissen: Wann sind wir wirklich für unser Tun verantwortlich? Wie gehen wir mit Schuld um? Das führte mich zu komplexen Fragen über Verzeihung, aber auch über Handlungstheorie und zu Freiheitsdebatten. Im Rahmen einer Vorlesung zur Anthropologie („Wissenschaft vom Menschen“) setzte ich mich schließlich mit der Religionskritik und Kulturphilosophie von Sigmund Freud auseinander, wodurch sich mir philosophisch ein weiteres spannendes Feld eröffnete, das mich letztlich zur Religionsphilosophie und wieder stärker zur politischen Philosophie leitete.
Heute blicke ich auf einen Weg zurück, der mich von den ethischen Grundfragen bis hin zur Analyse moderner gesellschaftlicher Werte geführt hat. Dabei sind es gerade jene Phänomene, die zwischen dem Verstand und unserem Gefühl changieren, die mich besonders umtreiben. Erscheinungen eben, die sich bei genauerem Hinsehen nicht ohne Weiteres einordnen lassen und auf die wir aus verschiedenen Perspektiven blicken müssen, um sie zu verstehen.
